09.08.2021 | 17:45 Uhr

Passauer Soziologe: Corona mach den Tod nicht präsenter - aber technisiert Trauer und Beisetzung

Die Corona-Pandemie hat wohl die Art der Trauer und der Beisetzungen verändert – trotzdem verdrängen viele Menschen nach wie vor Gedanken an den Tod.

Der Passauer Soziologe Matthias Meitzler hat festgestellt, dass für viele Menschen, die niemanden verloren haben, die vielen Covid-19-Tote abstrakte Zahlen bleiben. Entscheidend sei die persönliche Betroffenheit. Auch schon vor der Pandemie wussten alle, dass täglich Menschen sterben. Das verdrängen die meisten aber im Alltag, so der Wissenschaftler. Die Pandemie habe aber dafür gesorgt, dass Trauer und Beisetzungen zunehmend technisiert werden. Zum Beispiel durch Kameras in Trauerhallen, die auf Wunsch die Trauerrede filmen, damit Nichtanwesende sie per Stream verfolgen können. Früher hätte das laut Maitzler noch als pietätlos gegolten. Auch der Wunsch nach privateren Beisetzungen könnte zunehmen. Das habe sich schon vor Corona abgezeichnet. «Immer häufiger steht in Traueranzeigen, dass von Beileidsbekundungen am Grab abzusehen sei. Oder die Beisetzung hat längst unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden», erläutert der 35-Jährige Passauer.


UNSER RADIO die Lokalreporter: Lara Fischer

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