15.03.2021 | 14:42 Uhr

"Romance-Scam" - Polizei in Niederbayern warnt erneut vor dreister Betrugsmasche

Erneut warnt das Polizeipräsidium Niederbayern vor einer dreisten Internet-Betrugsmasche, dieses Mal vor dem sogenannten „Romance-Scam“.

Offenbar haben sich diese Fälle zuletzt in der Region wieder gehäuft. Bei der Masche versprechen die Betrüger ihren Opfern oft die große Liebe, eigentlich wollen sie aber nur an deren Geld. Eine 78 Jahre alte Frau aus Passau sollte zuletzt mehrere tausend Euro an einen vermeintlichen Arzt der Vereinten Nationen in die Türkei überweisen - angeblich damit dieser nach Deutschland reisen könnte. Zum Glück wurde die Tochter des Betrugs-Opfers rechtzeitig von der Hausbank über die verdächtigen Kontobewegungen informiert. Wie Sie diese dreisten Betrugsmaschen erkennen können und im Ernstfall richtig reagieren, können Sie auf der UnserRadio-Homepage in der entsprechenden Nachricht nachlesen:

Romance- oder Love-Scammer erkennen
• An der Kontaktaufnahme: Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Scammer an Mailadressen. Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat dient als Lockmittel. Da die Betrüger oft mit deutschen Mailadressen arbeiten, ist selten ersichtlich, dass sich hinter den netten Zeilen ein Scammer verbirgt.
• An der Sprache: Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Insider gehen davon aus, dass rund 95 Prozent der englisch sprechenden Kontakte auf deutschen Dating-Seiten Romance- oder Love-Scammer sind. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.
• An den Bildern: Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind, während Männer häufig Fotos von uniformierten Männern nutzen. Sie geben sich gerne als Ärzte oder Soldaten aus.
• Am Inhalt der Mails: Scammer überhäufen ihre Opfer schon nach dem ersten Kontakt mit ellenlangen Briefen voller schwülstiger Liebesschwüre. An den überbordenden Liebeserklärungen und Liebesbekundungen sind sie leicht zu erkennen.
• An Verbindungen nach Westafrika/Russland/Südostasien: Ob Geschäftsreise, Militäreinsatz oder familiäre Probleme, es gibt vielfältige Gründe für eine Verbindung nach Nigeria, Ghana usw. Frauen hingegen leben oft in osteuropäischen / südostasiatischen / südamerikanischen Ländern.
• An Bitten um Geld / Visum / Päckchen- oder Briefversand / gemeinsames Konto: Es gibt viele Gründe, das Opfer um Geld zu bitten. Weigert es sich, Geld zu schicken, finden Betrüger andere Wege. Gefälschte Schecks, die in Deutschland eingezahlt werden sollen, gehören dazu. Momentan sehr stark ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Einladung nach Deutschland. Oft geben die Betrüger vor, ein gemeinsames Konto mit dem Opfer eröffnen zu wollen und bitten um Kopien von Ausweisen. Die Daten werden für Fälschungen von Pässen genutzt.


UNSER RADIO die Lokalreporter: Julia Reihofer

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